Dieses Buch von Eckhart Tolle hat mich enorm fasziniert. Viele Erfahrungen, die ich bereits auf meinem Weg gemacht habe, wurden mit Tolles Worten dermassen logisch und verständlich erklärt. Es steckt so viel Wahrheit in seinen Worten – ich habe es sehr genossen zu lesen und es hat mein Leben und mein Denken bis heute verändert. Ich habe mich so verstanden gefühlt und habe so vieles dazu gelernt.

Die Hauptaussage des Buches ist, dass unser ganzes Leben sich im Jetzt abspielt. Die Vergangenheit ist lediglich eine Erinnerung an dem, was war und die Zukunft eine Vorstellung von dem, was sein wird. Beides ist im Endeffekt ein Produkt unseres Verstandes. Das einzige, das wirklich real ist, und in dem Dinge passieren können, ist der gegenwärtige Moment.

Ich denke, also bin ich

Descartes

Unser Verstand ist ein treuer Begleiter auf unserem Weg im Leben als Menschen hier auf Erden. Es ermöglicht uns das Denken, Planen und Erinnern. Ein sehr hilfreiches „Werkzeug“, dass uns unser Dasein wie wir es erleben, erst möglich macht. Nun besteht das Problem darin, dass wir uns rein über unseren Verstand definieren und der Verstand uns leitet.

Tolle nennt es das „Ego“, das falsche Selbst, ein Konstrukt unseres Verstandes. Wir identifizieren uns durch unsere Gedanken, dies erschafft das Ego – das falsche Selbst und ersetzt so unser eigentlich immer vorhandenes, wahres Sein.

Das Ego ist ein Produkt unserer Gedanken, es ersetzt unser wahres Sein

Der Ursprung des un-bewussten Lebens ist gemäss Tolle hier zu finden: Wir identifizieren uns durch das Ego. All unser Verlangen nach materiellen Gütern, Geld und Macht ist schlussendlich die Suche des Egos nach Vollkommenheit. Dieses Verlangen wird jedoch nur kurzfristig gesättigt. Solange ich mich mit dem Verstand identiziifere, bin ich dieses Verlangen und diese Anhaftungen – cravings & attachements. 

Das Ziel ist es, über das Denken hinaus zu wachsen. Wir beobachten das Denken, ohne uns von Ego leiten zu lassen.Wenn wir das erkennen, und uns bewusst davon lösen, werden wir präsent und erlangen wieder unser wahres Selbst.

Erlaube es dem Gegenwärtigen Moment, zu sein

Wenn wir anfangen zu beobachten, einfach betrachten, was unser innerer Denker sagt, was unsere Emotionen in uns auslösen – aktivieren wir schrittweise höhere Stufen unseres Bewusstseins. Mit Übung erlangen wir unser wahres Selbst im Jetzigen Moment. Von dieser Tiefe aus entspringt alles, was im Leben wirkliche Bedeutung hat: wahre Schönheit, Liebe, Kreativität, innerer Frieden.

So kannst du erkennen, was deine Gedanken und Emotionen sind, und was dein wahres Selbst ist:

Das Ego (der Verstand, das Gedanken-begründete, falsche Selbst) verkündet einen Gedanken: „Gefahr! Die Zukunft ist ungewiss!“. Daraufhin reagiert der Körper mit einer Emotion, und diese ist häufig irgend eine Form von „Angst“.

Gib deine Aufmerksamkeit ganz auf das aufsteigende Gefühl. Nimm wahr, wo in deinem Körper du es fühlst. Sei dir bewusst, dass es ein Gefühl ist. Akzeptiere dieses Gefühl. Denke nicht darüber nach. Beobachte einfach. Analysiere nicht. Beobachte. Identifiziere dich nicht mit diesem Gefühl. Beobachte ihn einfach. 
Du wirst feststellen dass es zwei „Wesen“ gibt – die Emotion und der Beobachter. Sei präsent als der Beobachter. Probiere es aus. Du kannst dies nicht mit deinem Verstand verstehen, sondern musst es erfahren.

Beobachte: Wie bewertet der Verstand die Situation? Welche Urteile werden gefällt? Welche Ängste oder Sorgen steigen auf? Urteile – judgement – verursachen Unzufriedenheit. Tritt zurück vom Denken und erlaube dem gegenwärtigen Moment zu sein. Beobachte was passiert. Arbeite mit dem Prozess und nicht dagegen.

Wie du das im alltäglichen Leben umsetzen kannst:
Beobachte dich Selbst. Deine Sinne, deine Gedanken, deine Emotionen. Probiere es in verschiedenen Momenten deines Lebens aus. Zum Beispiel während deiner Meditation, beim Yoga, beim Essen, Waschen, beim Laufen
Bringe deine Aufmerksamkeit in den Jetzigen Moment. Sind deine Gedanken in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? Welche Emotion nimmst du wahr? Nimmst du alle Geschmäcker deines Essens wahr? Spürst du das Wasser auf deiner Haut? Den Wind in deinen Haaren? Den Untergrund? 

Meditation
In der Meditation möchten wir einen Objekt haben, auf den wir unseren Fokus geben. Dies kann zum Beispiel das Dritte Auge, eine Vorstellung der Sonne oder der Atem sein. Der Atem als Fokus-Punkt gibt uns einen sicheren Anker, zu dem wir immer zurückkehren können. Dein Atem begleitet dich immer. Die aufsteigende und senkende Bewegung ist ein treuer Weggefährte seit deinem ersten Atemstoss als du auf die Welt kamst und wird dich bis zum Lebensende weiter begleiten. 

Setz dich für die Meditation aufrecht hin. Dies kann auf einem Stuhl, oder im Meditationssitz sein. Lege deine Arme entspannt ab. Schliesse deine Augen, lege deine Arme entspannt auf deinen Schoss ab. Nimm deinen Körper wahr und entspanne dich vollkommen. Atme einpaar Mal durch die Nase ein und durch den Mund aus. Dann beginne, durch die Nase ein- und auszuatmen und fange an, deinen Atem zu zählen. Eins – einatmen, zwei – ausatmen, drei – einatmen, vier – ausatmen…. Wenn du bei zehn angelangt bist, fängst du weider bei eins an. Mache dies einpaar Durchgänge. Wenn du merkst, dass deine Gedanken abschweifen, und du deine Zahl vergessen hast, fange wieder bei eins an. Sobald du einige Durchgänge gemacht hast, lässt du deine Gedanken frei und jetzt darfst du auch gerne abschweifen. Nimm dann allmählich wieder deinen Körper wahr, vertiefe deine Atmung, nimm deine Umgebung wahr und öffne – wenn du bereit bist – wieder deine Augen.

Wenn du gerne durch die Meditation geleitet werden möchtest, empfehle ich dir die App Headspace. Im Basic 1 wird diese Meditation Schritt für Schritt angeleitet. Es ist wirklich gut zugänglich, auch wenn du ganz neu in der Meditation bist.

Yoga
Auch Yoga gibt die Möglichkeit, dich in den gegenwärtigen Moment zu festigen. Ich habe letzte Woche im Newsletter davon gesprochen, dass das Wurzel-Chakra eine wichtige Rolle spielt, uns im jetzigen Moment zu bringen. Durch die Erdung, die wir beispielsweise durch Asanas erlangen, die unser Gleichgewicht oder unsere Kraft fordern, bringen wir unsere Aufmerksamkeit mehr in den Körper. Wir bringen so den Fokus weg vom Denken hinein in den Körper und setzen so einen Anker. Dieser hilft uns, unsere Gedanken immer wieder dorthin zu bringen und nicht abschweifen zu lassen. Wenn die Aufmerksamkeit bei der Aussenrotation des Oberschenkels im Krieger ist – sind die neuen Leggins der Nachbarin weniger interessant. Dein Fokus bleibt bei dir und du verlierst die Aufmerksamkeit nicht nach Aussen. Unsere Gedanken sind zwar noch immer Teil von uns, doch der Anker am Fokuspunkt im Körper, gibt uns die Möglichkeit, immer wieder dorthin zurückzukehren.


Vorteile im Alltag
Du hast jetzt gelernt, das das Ego ein Konstrukt deines Verstandes ist, dass dein wahres Ich völlig von Gedanken abgelöst ist, du hast einen Einblick bekommen, wie du dies mit Yoga und Meditation für dich umsetzen kannst. Soweit so gut. Nun magst du dir die Frage stellen: Was bringt mir das?


Dadurch, dass du dein Fokus genau dorthin lenken kannst, wo du willst wirst du viel effizienter sein, in dem was du tust. Deine Energie wird massiv höher sein als was du es heute kennst, weil du nicht andauernd von deinen Gedanken abgelenkt wirst.


Dadruch, dass du dich nicht mehr über dein Ego definierst, löst du dich von deinem materiellen Verlangen. Du fängst an, mehr und mehr über dein wahres Selbst zu leben. Du nutzt deine Gedanken zielgerichtet, hast einen gesunden Körper und all das, was fu zum Leben brauchst – aber bist nicht daran gehaftet, die Abhängigkeit fällt weg.

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